Gottesdienste & Veranstaltungen

Die Weihnachtsgeschichte von Eisbach - 2025

 

Es war ein kalter, klarer Dezemberabend im Jahr 2025, als Maria und Josef-müde vom langen Weg, den sie hinter sich hatten - im kleinen, beschaulichen Dorf Eisbach ankamen.

Das Dorf, eingebettet in die Gemeinde Königswinter, war schon ganz erfüllt vom Zauber der Adventszeit. Lichterketten schmückten die Fachwerkhäuser, der Duft von Zimt und Feuerholz hing in der Luft, und in der Kunst-Kultur-Kapelle probte der kleine Chor für das Weihnachtskonzert.

Maria, hochschwanger und erschöpft, brauchte dringend einen warmen Ort. Josef blickte sich sorgenvoll um.

„Wo sollen wir bleiben, Maria?" fragte er.

Doch in Eisbach bleibt niemand lange allein - schon gar nicht in einer kalten Winternacht.

Josef zückte sein Handy, denn in diesem Dorf hatte man etwas ganz Besonderes: die Eisbach-App. Sie verband Menschen, kündigte Dorffeste an, zeigte freie Unterkunftsmöglichkeiten, verlorene Katzen und spontane Glühweinabende gleichermaßen an.

Mit zitternden Fingern öffnete er die App und tippte ein:

„Dringend: Ein warmer Platz für eine werdende Mutter gesucht."

Es dauerte keine Minute, da ploppte eine Antwort auf.

Von Elisabeth, der guten Seele des Dorfes, die jeder kannte und die man mit einem kleinen Augenzwinkern schon länger den Engel der Nachbarschaft nannte.

„Kommt schnell! Wir finden etwas für euch. Ihr seid nicht allein."

Noch während Maria und Josef zu Elisabeth unterwegs waren, verbreitete sich die Nachricht wie ein warmer Lichtstrahl durch die Dorfgemeinschaft. Die Menschen von Eisbach waren es gewohnt, zusammenzuhalten - bei Dorffesten, Veranstaltungen oder einfach wenn jemand Hilfe brauchte.

Drei Männer der Dorfgemeinschaft erhielten die Nachricht fast zeitgleich.

Franz, der stille, freundliche Gärtner.

Burkard, der kluge, warmherzige Geschichtenerzähler.

Und Reiner, der mit seinem verschmitzten Lächeln selbst dunkle Wintertage erhellte.

Sie hatten schon immer eine besondere Art, zur rechten Zeit zu erscheinen - und so machten sie sich,-ganz wie einst die heiligen drei Könige, mit kleinen Gaben auf den Weg: Tee, warme Decken und ein handgestrickter Babypulli.

 

Doch bevor sie ankamen, hatte sich bereits jemand gefunden.

Margit und Michael, deren alter Stall sonst nur die Schafe schützte, standen in der Tür des Hofes.

„Natürlich könnt ihr hierbleiben", sagte Margit und führte Maria zu einem weichen, warmen Platz. Kein Kind soll im Kalten zur Welt kommen", entgegnete sie.

Ein Lammfell wurde ausgebreitet, ein hübscher kleiner Strampler bereitgelegt, und im benachbarten Wohnzimmer funkelte der Weihnachtsbaum.

Und so geschah es, dass Maria noch in dieser Nacht ihr Kind zur Welt brachte - nicht im fernen Bethlehem, sondern in Eisbach, inmitten einer Dorfgemeinschaft, die Wärme und Menschlichkeit ausstrahlte.

Als das Neugeborene in saubere Windeln gewickelt auf dem Lammfell lag, kamen die Eisbacher nach und nach vorbei - leise, mit Achtung und Freude, so wie einst die Hirten. Sie standen vor dem Stall, manche mit warmem Punsch, manche mit selbstgebackenen Plätzchen. Und es wurde ganz still. Ein Gefühl von Frieden, Güte und tiefer Gemeinschaft erfüllte den Ort.

Elisabeth sprach schließlich die frohe Botschaft, ihre Stimme weich und warm wie das Licht der Laternen:

„Ein Kind ist geboren - hier bei uns. Ein Zeichen für Hoffnung, für Zusammenhalt und für die Menschlichkeit, die wir miteinander leben."

Und in diesem Moment fühlten die Menschen, dass Weihnachten nicht nur ein Datum war.

Es war ein Gefühl.

Ein Miteinander.

Ein Versprechen.

Das Dorf Eisbach feierte weiter Advent, jedes Haus voller Lichter, jeder Mensch ein Stück Wärme für den anderen. Und alle nahmen sich vor, auch in Zukunft aufeinander achtzugeben - fröhlich, zuversichtlich und respektvoll zu bleiben.

Denn wahre Menschlichkeit, so erkannten sie, ist das größte Weihnachtswunder von allen.

Petra Barnickel

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