Eisbach - seine (Früh-)Geschichte

von Christoph Pohl

Die Geschichte von Eisbach zumindest halbwegs lückenlos aufzuschreiben, ist recht schwierig. Leider hat sich niemand die Mühe gemacht, vom 15. (nein..., das ist nicht zu weit zurückgegriffen, wie man gleich lesen wird) bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Geschichte unseres Dorfes aufzuschreiben. Und sehr wahrscheinlich hat auch niemand in dieser Zeit die Gelegenheit gehabt, überhaupt Lesen und Schreiben zu lernen. Daher sind über einen so kleinen Ort leider nur sehr wenige Hinweise und Aufzeichnungen in Archiven zu finden. Im Stadtarchiv von Königswinter z. B. findet man eine Menge Historisches zu Prälat Peter Buchholz und zur Kapelle. Leider findet man aber – außer ein paar alten Steuerlisten vom Beginn des 20. Jahrhunderts – nichts, was zur Erstellung einer Chronik von Eisbach beitragen könnte. Trotzdem gibt es einige Dokumente, aus denen hervorgeht, wie lange es den Ort Eisbach bereits geben muss.

Schon seit der Steinzeit müssen in dem Gebiet, in dem heute die Orte Eisbach und Rübhausen liegen, Menschen gelebt oder sich zumindest zeitweise aufgehalten haben. Viele Funde von Heinz Wolter aus Rüb-hausen, die heute zum großen Teil im Rheinischen Landesmuseum ausgestellt werden, sind Zeugen dafür. Die ältesten Funde auf dem heutigen Ortsgebiet von Eisbach stammen aus der Eisenzeit um 200 v. Chr. (s. Bild am Textanfang). Wann genau eine Siedlung, die irgendwann Eisbach genannt wurde, entstand, ist leider unbekannt. Es muss ihn aber schon recht lange geben, den Ort Eisbach. Zumindest aber müssen die Bewohner eines Bauernhofs oder einer kleinen Siedlung, die wohl zu dieser Zeit den Namen „Ispach“ oder „Yspach“ trug, ihrer Umgebung gut bekannt gewesen sein.

Sie müssen auch ein gewisses Ansehen genossen haben (vielleicht zeugt davon der mittelalterliche Schmuckstein, der in Eisbach von Heinz Wolters gefunden wurde) , denn sonst wäre wohl ein dortiger Anwohner im Auszug einer Urkunde  vom 15. Juni 1458 sicher nicht erwähnt worden: „Die Schöffen des Landes Blankenberg, Loitze van Wendenscheidt und Tieigin von Moellendorf machen bekannt, daß vor ihnen die Eheleute Henne Broechges und Giert von Niederpleis erschienen sind mit ihrer Tochter Kathrine, und bekannt gemacht haben, sie hätten dem Bürger von Siegburg, Hermann Sibele und dessen Frau Kathrine das Haus und den Hof mit dem zugehörigen Graben verkauft, das früher Zügin Hoefinan gehörte, sowie den Graben um den Hof der früher Richwins gehörte, zwei Morgen Land in der Mersbach an dem Kirchsteeg zwischen Wilhelm von Nesselrode und Hermann von der Recke, I/2 Morgen Wiesen, gelegen in den Flüssen, zwischen den Wiesen des Hermann und des Hermann Vrigedank, weiter drei Stücke Land, die früher Henne Lime für 17 Gulden versetzt waren. Das erste Stück hat drei Viertel und liegt in der Mersbach neben Besitz der Herren von Siegburg, das zweite Stück hat fünf Viertel und liegt in der wergraese entlang Vrigedank und Henne Linie, das dritte Stück hat 4 1/2 Viertel und liegt an der Martstraessen. Weiter noch zwei Morgen zwischen Vrigedank und Henne Lime, die sich von der Mart-straessen bis an den Bach erstrecken. Die Verkäufer leisten Verzicht mit Hand, Halm und Mund. Da ein Teil der Güter zu dem Hof Wahlfeld, ein anderer Teil zu dem Hof Mülldorf gehört, sind dazu erschienen die Schöffen von Wahlfeld Kirstgin von Kairscheit, Schultheiß, Kirstgin von Ispach und Johann Doerrespach, Smit van Roepenhuisen, sowie die Schöffen des Hofs Mülldorf Tiel Gise und Hannes Junge. Es siegeln die Schöffen von Blankenberg. Gegeven ...... op st Yitidach et Modesti martinatm“ (Siegburger Urkunde Nr. 376, Urkundenbuch Abtei Siegburg, Band II).

Hier wird offensichtlich ein Landverkauf beurkundet, der teilweise die Höfe Wahlfeld und Mülldorf betrifft. Schaut man in heutige Grundbuchauszüge, stellt man fest, dass Eisbach noch heute zur so genannten Gemarkung Wahlfeld gehört. Interessanter noch sind aber wohl die Namen zweier Schöffen des Hofes Wahlfeld. Der eine, Johann Doerrespach, Smit van Roepenhuisen, war wohl Schmied im heutigen Rübhausen. Aus dem Namen des anderen, Kirstgin von Ispach, lässt sich unschwer der Name „Eisbach“ ableiten. In anderen Berichten und Urkunden wird er auch „Kirstghin“ oder „Chirstghin“ geschrieben. Ich belasse es aber im Folgen

den bei der ersten Schreibweise. Bei dieser Urkunde aus dem Jahr 1458 handelt es sich um die älteste bekannte urkundliche Erwähnung Eisbachs.

Man sollte sich nun aufgrund des „von“ im Namen des Kristgin von Ispach nicht der Hoffnung hingeben, ein altes Eisbacher Adelsgeschlecht ausgegraben zu haben. Der oben erwähnte Johann Doerrespach hat zwar kein „von“ in seinem Namen, jedoch werden sich beide Namen wohl eher auf ihre Herkunft beziehen. Herr Doerrespach wird wohl ebenso eine namentliche Verbindung zum heutigen Dürresbach am Ortsausgang von Söven in Richtung Hennef haben, wie Kirstgin zum heutigen Eisbach. Es war üblich, dem Vornamen einen Zusatz anzuhängen, der sich auf einen Ort oder einen Beruf der jeweiligen Person bezog. Anders waren wohl die Johanns und Kirstgins nicht mehr auseinander zu halten gewesen.

Zusätze zu Vornamen als Ersatz für heute gebräuchliche Nachnamen hielten sich bis ins 18. Jahrhundert. Aus der Ahnenforschung von Peter Weber aus Pleiserhohn geht hervor, dass Anfang des 18. Jahrhunderts der Familienname „Isbach“ oder „zu Isbach“ also noch genauso verbreitet war, wie „aufm Frohnhardt“ oder „zu Röbhausen“ (an dieser Stelle möchte ich die außerordentliche Leistung von Peter Weber ganz besonders erwähnen, der sich jahrelang mit der Geschichte der Bevölkerung aus Pleiserhohn, Eisbach, Rübhausen und Thelenbitze beschäftigt hat; ferner möchte ich Frau Hilde Weber ganz herzlich dafür danken, dass wir auf die Forschungs-ergebnisse ihres verstorbenen Mannes zurückgreifen dürfen). Es sollte sich aber, wie schon gesagt, keiner der „Ureinwohner“ Eisbachs Hoffnung auf einen Adelstitel und damit verbundene Reichtümer machen. Auch dann nicht, wenn in der früheren Verwandtschaft ein „von Isbach“ zu finden ist. Ich selbst muss mich da einschließen.

Am 21. März 1462 wird Kirstgin nochmals als Zeuge in einer Urkunde genannt. Es gab einen Rechtsstreit zwischen dem Freiherrn Friedrich von Dadenberg und der Abtei Heisterbach um den Hinsberger Wald, der zum „Kirchspiel“ Oberpleis gehörte. Die Landschöffen von Blankenberg sollten diesen Streit klären und beilegen: „Die Landschöffen von Blankenberg begehen mit den Aeltesten der Gegend in einem Streite der Abtei Heister-bach mit Friedrich von Dadenberg den Hinsberger Wald im Kirchspiel Oberpleis und stellen dessen Grenzen fest“ (Schmitz – Urkundenbuch der Abtei Heisterbach, Urkunde 525). Bei der Begehung sollten die Grenzen des Waldes, unter anderem durch ein „Verhör“ der Nachbarn des Wald-stückes, ermittelt werden. Die Nachbarn gaben Auskunft, wem nach ihrer Erinnerung bestimmte Grundstücke gehörten. Einer dieser Nachbarn war Kristgin van Yspach. Er war also Zeuge in einem Rechtsstreit, in dem eine Partei die sicherlich nicht unbedeutende Abtei Heisterbach war. Man kann daher wohl davon ausgehen, dass der Ort, aus dem er kam, sicher noch älter als diese ersten urkundlichen Erwähnungen war. Kirstgin von Ispach, möglicherweise Vorfahr einiger Ureisbacher, hatte anscheinend einen guten Ruf, der ihn wiederholt in rechtlichen Angelegenheiten als Zeuge auftreten ließ.

Den Nach- oder Beinamen Ispich oder Eisbach findet man auch wieder in Urkunden aus dem Jahr 1582. In der Urkunde vom 14. Mai 1582 geht es abermals um den Tausch und den Kauf von Land. Auch der Ort selbst wird hier „Eisbach“ genannt: „… Der Probst hat dagegen erhalten eine Wiese bei Eispich gen. groeningswiese neben Johann und Wilhelm uff dem Frohnrath“ (Siegburger Urkunde Nr. 1095 und 1096, Urkundenbuch Abtei Siegburg, Band II).

Die nächsten ca. 150 Jahre verschwinden geschichtlich gesehen leider im Dunkeln. Was zum Beispiel im 30jährigen Krieg in Eisbach geschehen ist, lässt sich hier leider nicht an Urkunden oder Aufzeichnungen belegen.

Die Zeit bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts soll aber nicht ganz als historisch schwarzes Loch erscheinen (das Bild oben zeigt eine Flurkarte aus dem Jahr 1825). Daher möchte ich die Abstammung von zwei für Eisbach sehr wichtigen Menschen beschreiben. Die dazu nötigen Daten habe ich nochmals der Ahnenforschung von Peter Weber entnommen und komme noch einmal auf den Namen „Isbach“ zurück. Irgendwann zwischen 1741-1743, genau konnte ich das leider nicht herausfinden, starb in Eisbach Maria Katharina Reuter, die mit Michael Reuter verheiratet war. Sie hatten neun Kinder, von denen eines, genau wie die Mutter, Maria Katharina hieß. Soweit ist das noch nichts wirklich Spannendes. Interes-sant wird das erst, wenn man den Geburtsnamen von Frau Reuter sen. erfährt. Dieser lautete nämlich „Isbach“.

Maria Katharina jun. wurde 1739 geboren und heiratete am 12. März 1764 in Oberpleis Franz Kirschbaum, der als Sohn des Pancratius Kirschbaum am 3. Mai 1735 in Quirrenbach geboren wurde. Der Name „Kirschbaum“ könnte dem geneigten Leser vielleicht bekannt sein. Aus der Ehe von Maria Katharina und Franz Kirschbaum gingen acht Nachkommen hervor. Einer der Söhne war der am 17. Dezember 1773 in Eisbach geborene Conrad. Er heiratete am 4. Oktober 1803 in Oberpleis Anna Katharina Gast. Ich weiß, es wird langsam verwirrend, aber wir sind gleich am Ziel. Conrad und Anna Katharina Kirschbaum hatten natürlich auch eine große Schar von Kindern, sieben an der Zahl. Eines von ihnen war der am 24. März 1811 in Eisbach geborene Peter, und der ist für Eisbach wirklich sehr wichtig. Peter Kirsch-baum heiratete am 25. Oktober 1843 Anna Maria Gratzfeld. Diesem Ehe-paar nämlich verdankt Eisbach seine Kapelle, die in den Jahren 1869 und 1870 gebaut wurde. Wie genau es dazu kam, wird auf der Side "Kapelle" dieser Homepage ausführlich berichtet. Nochmals zurück zu Conrad Kirschbaum. Neben Sohn Peter, dem Kapellenstifter, war auch dessen Schwester Margarete für die Eisbacher Geschichte wichtig. Sie wurde am 2. März 1816 in Eisbach geboren und heiratete am 24. Mai 1840 Christian Bochholz. Nein, kein Schreibfehler, aus Christian „Bochholz“, geboren am 1. September 1812 in Kraheck bei Uckerath, wurde später Christian „Buchholz“, vorne mit „u“. Wenn Sie ein Buch über Eisbach lesen, haben Sie diesen Nachnamen sicher schon gehört oder gelesen. Christian und Margarete Buchholz waren fruchtbar und mehrten sich, wobei neun Kinder herauskamen. Bei der Vergabe von Vornamen war man in der Familie Buchholz leider wenig einfallsreich. Es wimmelt in den nächsten Generati-onen nur so von „Josefs“ und „Petern“ als Einzelvornamen oder in allen möglichen Kombinationen mit anderen, nicht „weniger seltenen“ Vornamen.

Einer ihrer Söhne war ein Paradebeispiel der Vornamensvergabe. Peter Josef Buchholz wurde am 2. Mai 1845 in Eisbach geboren. Er heiratete am 15. Februar 1882 in Oberpleis Anna Christine Gratzfeld, eine Nichte des oben erwähnten Kapellen-Stifterpaares. Die beiden wollten Peter Josefs Eltern nicht nachstehen. Auch ihre Ehe war mit neun Kindern reich geseg-net. Kind Nummer fünf der beiden war, wie könnte er anders heißen, Sohn Josef. Er sei hier als Vater von Werner Buchholz erwähnt, ohne dessen Idee unser Eisbachbuch nicht geschrieben worden wäre. Josefs Bruder Christian, Kind Nummer sechs und ausnahmsweise ohne Peter oder Josef im Vornamen, war mein Großvater, der bis zum Beginn der Recherche für dieses Buch das Ende meines Stammbaumes darstellte. Jetzt bin ich fünf Generationen weiter und habe zwei Dinge gelernt. Erstens hießen auch meine Vorfahren noch „Isbach“. Und zweitens können das wohl alle Nachkommen der „Ureinwohner“ von sich behaupten. Wenn man deren Stammbäume sieben Generationen zurückverfolgt, muss man feststellen, dass alle irgendwie miteinander verwandt zu sein scheinen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Zurück zum ganz sicher bekanntesten der Kinder von Peter Josef und Anna Christine Buchholz. Dies war unbestritten der am 31. Januar 1888 in Eisbach geborene Prälat Peter Buchholz. Über ihn, den Ehrenbürger der Stadt Königswinter, gibt es auf dieser Homepage eine eigene Side.

In diesem kleinen Stammbaum der Eisbacher Prominenz tauchen natürlich einige der wirklich alten Eisbacher Familiennamen auf. „Ureinwohner“ waren neben den schon genannten Isbachs, Kirschbaums, Gratzfelds und Buchholzens auch Dahlhausens, Bennerscheids, Bellinghausens, Webers, Efferoths und Düppenbeckers. Leider sind fast alle dieser Alt-Eisbacher-Familiennamen vom Aussterben bedroht. Bis heute haben sich nur noch die Nachnamen Bennerscheid, Buchholz und Weber gehalten. Das heißt aber nicht, dass die alten Eisbacher Familien ausgestorben sind. Viele ihrer Nachkommen leben nach wie vor in Eisbach, durch Heirat aber mit anderen Nachnamen.

Anfang des 19. Jahrhunderts verließen einige Eisbacher ihre Heimat. Ziel war die „Neue Welt“. Nachrichten über die Chancen und Möglichkeiten in den aufstrebenden Vereinigten Staaten von Amerika veranlasste eine ganze Reihe Eisbacher zur Auswanderung. Der Kontakt zu deren Nachkommen besteht bis heute, sodass die Geschichte der Auswande-rer auf dieser Homepage an anderer Stelle erzählt werden wird.

Noch etwas zur Größe von Eisbach im vorletzten Jahrhundert. Wie zu allen Zeiten wurden auch auf einer Karte des „Lieutenant u. Ingenieur“ Rodo-wiecz die Namensgrößen der Orte von deren Größe bestimmt. In seiner Karte (s. o.), die er im Jahr 1845 aufgenommen und gezeichnet hat, werden die Namen von Eisbach, Oberpleis und Rübhausen in der gleichen Größe geschrieben. Eisbach und Rübhausen zusammen hatten die gleiche Fläche wie Oberpleis und auch eine ähnlich große Zahl eingezeichneter Häuser. Zur Ehrenrettung von Oberpleis muss allerdings erwähnt werden, dass einige der heutigen Ortsteile noch nicht zu Oberpleis gezählt wurden: Niederbach, Herresbach, Boseroth, Hartenberg und „Weyl“ (heute Weiler) wurden noch als eigenständige Orte eingezeichnet, da es zwischen den einzelnen Ortsteilen noch keine zusammenhängende Bebauung gab.

Die Häuser und Höfe in Eisbach lagen Mitte des 19. Jahrhunderts auf beiden Seiten der Dorfstraße. Laut einer Karte von 1826 erstreckte sich der Ort etwa vom heutigen Weg „Am Weiherchen“, der auch damals schon so hieß, bis etwa zum heutigen Ackerweg. Der Weg aus Eisbach heraus in Richtung Osten wird in dieser Karte als „nach Rübhausen“ beschrieben. Nach Südwesten ist in der Karte nicht etwa „nach Oberpleis“, sondern „nach Wahlfeld“ eingezeichnet.

Noch ein Datum ist auf jeden Fall erwähnenswert. Als eines der ersten kleinen Dörfer erhielt Eisbach 1897 eine eigene Wasserleitung, die die Eisbacher unter der Ägide von Johann Bennerscheid selber errichteten und finanzierten. Dazu wurden eine Quelle oberhalb des Dorfes eingefasst, ein Hochbehälter zum Auffangen des Quellwassers gebaut und eine Zuleitung in jedes Haus gelegt. Es war die zweite Frischwassenversorgung im damaligen "Siegkreis".

Nun aber genug der Stammbäume, Zahlen, Hochzeits- und Geburtsdaten. Mehrfach habe ich meine Chronologie schon mit dem Verweis auf eigene Kapitel unterbrochen. Mit dieser schönen Gewohnheit will ich auch bei der Erwähnung des letzten großen Ereignisses meines Berichtes  nicht brechen.

Nachdem Eisbach über die Jahrhunderte gewachsen war und es mit der Kapelle einen geistlichen Mittelpunkt gab, brauchte die Bevölkerung natür-lich auch noch einen Ort für Spaß, „Sport“ und Geselligkeit. In Meyers „Orts- und Verkehrslexikon Band 2“ von 1913 wird Eisbach zwar als Ort aufgeführt, allerdings nur mit dem Hinweis, unter Oberpleis nachzuschla-gen. Es ist dort aber zumindest die Entfernung zu Oberpleis mit einem Kilometer und die Zahl von 91 Einwohnern angegeben. Möglicherweise war diese Entfernung den Eisbachern zu weit geworden. Nein, sicherlich nicht, denn im Gegensatz zu heute ging man zu dieser Zeit natürlich solche Entfernung, ohne sich über den steilen Eisbacher Berg oder das schlechte Wetter auch nur einen Gedanken zu machen. Wahrscheinlicher war wohl eher der Wunsch nach einem eigenen Eisbacher Verein. Daher wurde am 1. Januar 1909 der „Kegelklub Eisbach e. V.“ gegründet, der bis heute besteht. Einige Jahre später entstand dann auch eine wirkliche Besonderheit. Es wurde ein Gebäude ausschließlich für eine Kegelbahn gebaut. Eine, wie sonst üblich, zugehörige Gastwirtschaft gab und gibt es bis heute nicht. Um die Bewirtung an den Kegelabenden muss sich daher in Eigenregie gekümmert werden. Dies mag auf den ersten Blick lästig sein. Auf den zweiten Blick spart dies aber bei den heutigen Preisen für ein Bier in der Wirtschaft sehr viel Geld. In Eisbach war der Groschen eben schon immer 11 Pfennige wert …

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